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12
Apr
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Zu dem Zwergenaufstand um das Grass Gedicht

Literatur Nobelpreisträger Günter Grass

Literatur Nobelpreisträger Günter Grass

Übrigens fand doch tatsächlich in der “jüdischen Stadt” Frankfurt eine Riesendemo für Günter Grass statt, der ein sogenanntes Gedicht geschrieben hat mit dem Titel, “Es musste mal gesagt werden” , in dem es heißt, dass die Kriegsgeilheit Israels uns noch den Dritten Weltkrieg bringen wird und dass Deutschland auch noch U-Boote liefert, mit denen man Atomraketen abschießen könne und dass das schon pervers sei. Und obwohl doch kürzlich dieser abscheuliche Friedmann getönt hatte: “Frankfurt sei schon immer eine jüdische Stadt gewesen und sei es heute Gott sei Dank wieder!” gingen Tausende Frankfurter auf die Straße und demonstrierten für Grass, der von allen Seiten in den Medien angepöbelt wird, wie er eben auch die gleichgeschalteten Medien beschrieben hatte, fast so als sei Drittes Reich und Ostzone immer noch da. Das hat mir Spaß bereitet und ich hätte ihm gerne geschrieben, dass der Dritte Weltkrieg bereits am 11.September 2001 begonnen habe, bloß dass das noch keiner begriffen hat.

Ace

Quelle Bücher Rebell der Blog

Nachfolgend muss ich hier noch zwei treffende Artikel anreißen, die es wert sind auch zu diesem Thema zu lesen:

Die Wahrheit zu sagen ist antisemitisch

Der Publizist Ralph Giordano hat die in Gedichtform vorgetragene Israel-Kritik von Günter Grass als einen „Anschlag auf Israels Existenz“ verurteilt. „Selten hat mich etwas so erschüttert“, schrieb Giordano der Nachrichtenagentur dpa in Köln. Ich muss sagen, ich bin nicht nur über was Grass geschrieben hat erschüttert, ich bin viel mehr, nämlich schockiert und völlig aufgebracht. „Was gesagt werden muss“ ist das reinste Hasspamphlet voller Antisemitismus, wie der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, es bezeichnet.

„… Warum aber schwieg ich bislang?
Weil ich meinte, meine Herkunft,
die von nie zu tilgendem Makel behaftet ist,
verbiete, diese Tatsache als ausgesprochene Wahrheit
dem Land Israel, dem ich verbunden bin
und bleiben will, zuzumuten.

Warum sage ich jetzt erst,
gealtert und mit letzter Tinte:
Die Atommacht Israel gefährdet
den ohnehin brüchigen Weltfrieden?
Weil gesagt werden muß,
was schon morgen zu spät sein könnte; …“

Was fällt diesem 84-Jährigen „Wortdrechsler“ ein, wie ihn Jochen Falke von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) genannt hat, kurz vor seinem Lebensende die Wahrheit zu sagen? Er hat gefälligst wie alle deutschen Schauspieler, Literaten oder Künstler sein Maul zu halten und keine eigene Meinung zu äussern, wenn sie weiter in der Kulturszene ein Auskommen haben wollen. Hat Grass nicht bei der Waffen-SS bereits als 17-Jähriger gelernt, Mund zu und gehorchen?

Wie Michel Friedman richtig sagt: „Wie krank ist die Argumentation, er habe über Jahrzehnte schweigen müssen, um nun endlich der Welt zu erklären, der jüdische Staat ist die grösste Bedrohung für die Menschheit? Es wäre besser gewesen, Grass hätte weiter geschwiegen.“

Das Israel den Weltfrieden gefährdet, wie Grass sagt, ist eine völlige Verdrehung der Tatsachen. Wir wissen doch alle, „Israel ist das moralischte Land der Welt“, wie Aussenminister Avigdor Lieberman gerade wieder betont hat, und die IDF unternimmt alle möglichen Anstrengungen, um die palästinensische Bevölkerung nicht zu verletzen. „Keine Armee ist so ethisch wie die israelische Armee“, sagt er und dem kann ich nur zustimmen.

Ein Mann alleine ..

Wer dieser Tage das Grass Gedicht “Was gesagt werden muss” las, konnte auch kaum die unverhohlen feindselige Antwort des “Imperiums” übersehen, die prompt folgte. Was schreibt Grass schon schlimmes, was wir und die Welt nicht schon wüssten? Schon lange gewusst haben, wieso also diese Wut und woher dieser bösartige Zorn?

Besonders dabei hervorgetan, Guenther Grass verbal abzukanzeln und als unwichtigen Schreiberling, als Nazi und SS-Mann, sowie als einen “kulturellen Klischees Durchkauer”titulierten und was sie sonst noch alles, aus der “Trickkiste der Leugnung von Wirklichkeit” hervorkramten, waren US-Autor Daniel Jonah Goldhagen, Thomas Steinfeld in der Süddeutschen , sowie Autor Rolf Hochhuth, bislang Federführend –  weitere werden folgen.

Besonders deswegen, weil der bisher neueste Gunstschreiber des sterbenden Imperiums, kein anderer als “Literaturpapst” Marcel Reich-Ranicki ist, dem es eine besondere Wonne zu sein scheint, Menschen durch Worte niederzumachen. Solche Tätigkeit muss man mögen, es muss einem im “Blut liegen”, eine kleine sadistische Ader mag da gewiss hilfreich sein ..

“ Es ist eine Gemeinheit, so etwas zu publizieren” ..  meinte er, bezüglich Grass`Dichtung und sie verunglimpfend.

Und man sieht hierbei erneut, wie rasch die Liebe des Imperiums umschlägt, wie sie in rasendem Hass, auf alles einschlägt, wenn man anderer Meinung ist.

Guenther Grass ist immerhin ein Mann, dessen künstlerisches Wirken der Stadt Bremen, gemeinsam mit Unternehmern Wert war, eine Stiftung bürgerlichen Rechts, mit einem Sitz in Bremen zu gründen – mit dem Namen Günter-Grass-Stiftung, Bremen.

Ihr Ziel ist es, Ton- und Filmdokumente von, mit und über den Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass, in einem Archiv zu sammeln, zu dokumentieren und der Forschung zugänglich zu machen.

Ich hoffe, dort wird jetzt gut aufgepasst und dokumentiert, WER hier WIE über WAS sagt!

Hier weiterlesen: http://stevenblack.wordpress.com/2012/04/08/ein-mann-alleine

Anmerkung: Es wird endlich Zeit das nicht nur Günter Grass die Israelische Regierung demaskiert und den Wölfen das Schafsfell herunterreißt, denn wir haben nur eine Welt und die ist zu wertvoll um Sie den Wölfen zu überlassen !

Wölfe im Schafsfell sind erkannt !

Wölfe im Schafsfell sind erkannt !

 

10
Aug
11

Das Israelische Dilemma: Oligarchen vs Demokratie

Es ist schon erstaunlich, dass jetzt auch in Israel bekannt wurde, wer dort die Regierung stellt, führt und finanziert, um eine Demokratie vor zu gaukeln. Deshalb gehen dort auch Hunderttausende Bürger seit Wochen auf die Straße, um gegen diese Ungerechtigkeit und Ungleichheit zu demonstrieren. Das Problem mit den Superreichen findet man allerdings ausnahmslos in allen Ländern dieser Welt, in denen sie mit ihrem Geld diese sogenannte Demokratie eingeführt haben !

In dem Buch „Die Cints“ kann man sehr schön nachlesen, dass für sie die Demokratie eine der fünf Säulen der Macht darstellt und warum das so ist.

Besonders interessant ist dabei auch, dass es besonders die Vorzeige-Nazi-Opfer sind, die man sich zwar leistet, sie aber in bitterster Armut dahin vegetieren lässt, obwohl man Milliarden für gerade diese als Entschädigungen kassiert hat. Als Professor Norman Finckelstein, New York, sich in dem Buch „Die Holocaust-Industrie“ darüber ausließ, weil man seine Mutter, eine Auschwitz-Überlebende, nicht daran teilhaben lassen wollte und sie abspeiste, es ginge ihr doch gut, sie lebe doch in Amerika und sie sei nur hysterisch und er danach nach Israel reiste, wurde er bei seiner Einreise sofort verhaftet, man nahm ihm alle Unterlagen weg und schob ihn nach mehreren Wochen wieder nach Amerika ab. Finckelstein hatte nämlich nachgewiesen, dass man Riesensummen für die Opfer kassiert hatte, die aber nie bei den Opfern ankamen. Insofern lebt nämlich die ganze westliche Welt unter dieser kriminellen Geld-Knute und endlich regen sich auch mal dort prominente Geister, die den „Wölfen die Schafspelze“ herunter reißen, dass sie nackt da stehen!

In der Apokalypse steht: „In der Endzeit wird das Böse ans Licht gezerrt, wo es sich nicht mehr verstecken kann, es wird sich dann noch einmal großmäulig aufbäumen um dann für immer zu verschwinden!“ Andernfalls käme das Ende der Welt. Klar, wenn sie weiter Kriege anzetteln, wie am 11.September, wird es unausweichlich zum Atomkrieg und damit zum atomaren Holocaust kommen. Also steht endlich überall auf und zerrt das Böse ans Licht!

Ace & Co

Seit Wochen demonstrieren Israeli für mehr soziale Gerechtigkeit. Der Mittelstand hat genug von den hohen Lebenshaltungskosten. (Demonstranten in Tel Aviv am 6. August 2011). Bild: Reuters

Die Superreichen, die in Israel das Sagen haben

Von Monica Fahmy.

Israels Mittelschicht fordert die politische Macht zurück, die sie einer superreichen Minderheit überlassen hat: Rund 20 Familien kontrollieren Israels Wirtschaft. Ihr Einfluss auf die Politik ist immens.

Seit Hunderttausende Israeli gegen zu hohe Lebenshaltungskosten demonstrieren, sind Israels Oligarchen in den Fokus des Interesses gerückt. «Im früheren Israel konnten diejenigen, die gearbeitet haben, den Lebensunterhalt ihrer Familien bestreiten», schreibt der renommierte israelische Schriftsteller Amos Oz auf Latimes.com. «All dies wurde in den letzten 30 Jahren zerstört, indem israelische Regierungen die ökonomischen Dschungelgesetze des Raffens ermuntert haben.» Soziale Solidarität, welche den Staat Israel lange geprägt hätte, stehe nicht mehr auf der Agenda der Regierung.

Die Ressourcen, die es brauche, um soziale Gerechtigkeit wiederherzustellen, steckten laut Oz an drei Orten: Erstens in den Milliarden, die Israel in Siedlungen investiert habe, zweitens in den Unsummen, mit denen Ultraorthodoxe auf Kosten des Staates lebten, und drittens, «und vor allem, in der leidenschaftlichen Unterstützung der Regierung Netanyahu und ihrer Vorgänger für die ungezügelte Bereicherung diverser Tycoons und ihrer Kumpel auf Kosten der Mittelklasse und der Armen».

Israelische Tycoons und ihr Einfluss auf die Politik

Laut einer 2010 veröffentlichten Studie der Bank of Israel kontrollieren 22 grosse Unternehmensgruppen die Hälfte des Finanzmarktes und 70 Prozent des Handels und der Dienstleistungen. Gerade mal zehn einflussreiche Familien kontrollierten etwa 30 Prozent des Marktes. Es handle sich um eine pyramidenähnliche Struktur, so Konstantin Kosenko, der Autor der Studie, zu Haaretz.com. Eine Vielzahl von Unternehmen werde von grösseren Unternehmen kontrolliert, die wiederum von einer Person oder Familie kontrolliert werde. Die seien an Konkurrenz nicht interessiert, es gehe ihnen vielmehr darum, die Politik zu ihren Gunsten zu beeinflussen. «Wir gleichen Korea mehr als wir westlichen Ländern gleichen», sagte Kosenko im Juni 2010.

Wie stark die Tycoons Israels Politik beeinflussen, zeigt der Umstand, dass der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu sich kurz nach Amtsantritt mit einigen der Top-Businessleute des Landes traf. Den grossen politischen Einfluss der wenigen Superreichen bezeichnete nicht nur der Bank-of-Israel-Ökonom als Gefahr für die Demokratie. «Wir sehen Reichtum durch das Parlamentsgebäude gehen», sagte laut Reuters im Juni 2011 der Parlamentssprecher Reuben Rivlin in einem Radiointerview. «Reichtum kontrolliert immer mehr das Urteilsvermögen der Leute, welche von der Öffentlichkeit gewählt wurden, um die Interessen Israels zu vertreten.»

Problematische wirtschaftliche Konzentration

Die OECD sieht laut Reuters den Konzentrationsgrad israelischer Unternehmen als problematisch an. Die grossen Unternehmen üben Kontrolle aus durch «pyramidenähnliche Strukturen und Firmengeflechte». In einer pyramidenähnlichen Struktur kontrolliert eine Holding eine Tochtergesellschaft, die wiederum Tochtergesellschaften kontrolliert und so weiter. Technisch kann so die Holding eine Gesellschaft am unteren Ende der Pyramide mit lediglich 10 Prozent Kapitalanteil kontrollieren. Eine klassische Pyramide sei, laut Reuters, die IDB Holding des einflussreichen Israeli Nochi Dankner.

An Dankner, dessen Holding über drei Prozent Anteil an der Crédit Suisse besitzt, komme kein Israeli vorbei. Zu Dankners Firmengeflecht gehören Supermärkte, Kleiderketten, der grösste Mobilfunkanbieter Israels, einer der grössten Internetprovider, Reisebüros, «Maariv», eine der meistgelesenen Zeitungen Israels, sowie der einzige Zementhersteller des Landes. Ebenso beeindruckend ist das Firmengeflecht des Oligarchen Yitzhak Tshuva. Laut Ft.com zählen Immobilien, Energie, Infrastruktur, Versicherungen und Telekommunikation zu den Geschäftszweigen, welche die Delek Group kontrolliert.

Eine weitere der reichsten Familien Israels, die Ofers, besitzt über ihre Israel Corporation eine Reederei, Anteile an Ölraffinerien und an Israel Chemicals. Zu den Superreichen gehört auch Lev Leviev, der aber laut Ft.com unter der Finanzkrise 2008 gelitten hat. Ihm gehört eine Immobiliengesellschaft und er gilt als grosser Fisch im Geschäft mit Diamanten. Mit Shari Arison gehört auch eine Frau zum illustren Kreis der Oligarchen. Sie ist Teilhaberin der grössten Baufirma und der Bank Hapoalim, Israels zweitgrösster Bank.

Säkulare Mehrheit will politischen Einfluss zurück

Von der Raffgier einiger weniger haben die Israeli genug. Sie wollen wieder die soziale Gerechtigkeit, die einst Israel ausmachte, argumentiert der Schriftsteller Amos Oz auf Latimes.com. Die «säkulare Mehrheit» Israels sei erwacht, schreibt Theatlantic.com. Sie versuche, den politischen Einfluss wieder zu erlangen, den sie «im letzten Jahrzehnt verloren hat». Das «Aufwachen» habe historische Dimensionen und komme nach einer Periode «politischer Apathie der säkularen Israeli». Der festgefahrene Friedensprozess, die zweite Intifada, der Libanon-Krieg 2006 und der Gaza-Krieg 2008 hätten bei manchen Israeli einen Eskapismus ausgelöst.

Einerseits habe man sich zurückgezogen, versucht, das Leben zu geniessen und den Konflikt zu ignorieren, so Theatlantic.com. Die säkulare Mehrheit habe aber auch «viel politische Macht einer Gruppe von rund 20 superreichen Familien, den Ultraorthodoxen und den Westbank-Siedlern überlassen, die alle politisch weit besser organisiert und entschlossen waren, Israel in ihrem Sinne zu verändern.»

Der Falke, der sich mit Reformen schwertut

Die Protestwelle hatte nun zur Folge, dass Parlamentarier ihre Ferien abbrechen mussten. Ob Benjamin Netanyahu auf die Anliegen der Demonstranten eingehen kann und will, bezweifeln viele. «Sie nannten uns Kommunisten, Faschisten, Anarchisten, Radikale», sagte einer der Anführer der Protestbewegung. Er glaube nicht, dass man mit der Regierung verhandeln könne. Theatlantic.com nennt drei Gründe, weshalb Netanyahu kaum auf die Forderungen der Mittelschicht eingehen werde. Erstens könne seine Koalition ohne die Ultraorthodoxen und die Siedler nicht überleben. Beide Gruppen könnten bei einer Neuausrichtung der Prioritäten nur verlieren.

«Zweitens glaubt Netanyahu unerschütterlich an die neo-klassische Ökonomie», also an Liberalisierung und Privatisierung, so Theatlantic.com. Eine gerechtere Verteilung des Reichtums und soziale Programme stünden in Kontrast zu seiner Haltung. Und drittens habe er die Proteste noch nicht richtig ernst genommen. Mit seinen Bemerkungen, die Proteste seien eine «populistische Welle», welche das Land bedrohe, hat er auch Politiker aus dem rechten Lager gegen sich aufgebracht.

Quelle

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Die-Superreichen-die-in-Israel-das-Sagen-haben/story/16486553

05
Jul
09

Der Barschel-Mord

Bis heute ein Staatsgeheimnis: Der Barschel-Mord

Damit es nie in Vergessenheit gerät, hier das ganze Interview mit Wolfram Baentsch!

Politiker Uwe Barschel

CDU Politiker Uwe Barschel

Bis heute ein Staatsgeheimnis: Der Barschel-Mord
02. Okt 2006 07:54

Uwe Barschel musste sterben, weil er von einem Waffengeschäft zwischen Israel und dem Iran erfahren hatte. So sieht es Buchautor Wolfram Baentsch, der in der Netzeitung erläutert, wieso die Tat bis heute vertuscht wurde.

Netzeitung: Herr Baentsch, was hat Sie eigentlich dazu gebracht, mehrere Jahre ihres Lebens zu investieren, um die Barschel-Affäre wieder aufzurollen? Die liegt doch nun schon fast zwei Jahrzehnte zurück.

Wolfram Baentsch: Das große Rätsel, das dieser Affäre, die man Barschel-Affäre nennt, anhaftet, hat mich damals schon gepackt. Von vornherein hatte ich große Zweifel insbesondere an der offiziellen Darstellung von Barschels Todesursache im Genfer Hotel Beau Rivage. Ich habe mich dann schließlich entschlossen, dieses Buch zu schreiben und über drei Jahre dafür recherchiert.

Netzeitung: Jeder erinnert sich an das Bild des toten Uwe Barschel in der Badewanne. Sie sprechen im Titel Ihres Buches von einem Doppelmord. Wie darf man das verstehen?

Baentsch: Zum einen ist Uwe Barschel in Genf physisch ermordet worden. Zum anderen gab es aber auch einen Rufmord an ihm, der schon vor seinem Tod eingesetzt hatte, und über viele Jahre, im Grunde bis heute angehalten hat. Barschel ist diffamiert worden, als einer, der im schleswig-holsteinischen Landtagswahlkampf von 1987 große Schuld auf sich geladen hätte.

Netzeitung: Uwe Barschel, so schreiben Sie, musste sterben, weil er zu einem untragbaren Risiko für die Geheimdienste geworden war. Sein Tod habe den gleichen Hintergrund wie der Mord an Olof Palme.

Baentsch: In der Tat. Olof Palme ist im Februar 1986 auf offener Straße erschossen worden, weil er Waffenlieferungen aus Schweden in Kriegsgebiete verhindern wollte. Uwe Barschel ist aus dem gleichen Grund aus dem Weg geschafft worden. Auch er hatte von Waffengeschäften zwischen Israel und dem Iran erfahren, die über Schleswig-Holstein abgewickelt worden waren. Der Ministerpräsident Barschel wusste davon aber nur durch eigene Recherchen und durch die Informationen seiner engsten Mitarbeiter.

Die Politiker, die damals die Waffenlieferungen betrieben haben, hatten Barschel nicht informiert. Es gab deshalb im schleswig-holsteinischen Parlament einen heftigen Zusammenstoß zwischen Uwe Barschel und seinem Amtsvorgänger, dem damaligen Finanzminister Stoltenberg. Barschel entrüstete sich da über die Waffengeschäfte hinter seinem Rücken. Diese waren in der Regel mit tatkräftiger Mitwirkung und dem vollen Wissen der Geheimdienste, also dem BND, dem Mossad und der CIA vonstatten gegangen.

Netzeitung: Waffengeschäfte zwischen Israel und dem Iran? Das liegt ja zunächst einmal nicht auf der Hand.

Baentsch: Israel und die USA hatten ein gemeinsames Interesse daran, den Krieg zwischen Iran und Irak mit Waffen zu füttern. Je länger und verlustreicher er würde, desto besser. Gleichzeitig hatten sie natürlich ein Interesse daran, nicht selbst als die Förderer dieses Krieges in Erscheinung zu treten. Seit langem ist ja bekannt, dass Saddam Hussein lange Zeit von Amerika mit Waffen beliefert worden ist. Hätte man nicht nun auch den Iran mit Waffen versorgt, wäre der Krieg schnell zu Ende gewesen.

Diese Aufgabe übernahm Israel und brauchte dazu Deutschland als Vorposten. Die Waffen wurden in Lastwagen über Italien nach Deutschland transportiert, zunächst nach Hamburg und dann nach Schleswig-Holstein. Die ursprüngliche Route verlief über Dänemark – dort hatten sich aber die Gewerkschaften geweigert, diese illegalen Transaktionen weiter zu dulden. All diese Vorgänge hat ein ehemaliger Mossad-Agent namens Victor Ostrovsky in aller Breite beschrieben, und er ist bis heute unwiderlegt geblieben.

Netzeitung: Ostrovsky, dessen Buch «Geheimakte – Mossad» 1994 erschienen ist, hatte ja auch die Erklärung für den Tod Uwe Barschels parat.

Baentsch: Er spricht von einem Mord und beschreibt ihn in den allermeisten Punkten so, wie es die medizinischen, toxikologischen, kriminalistischen Recherchen hinterher auch bestätigt haben. Ein Killerkommando des Mossad, so sagt Ostrovsky, habe Uwe Barschel in Genf ermordet.

Barschels Todes Foto

Barschels Todes Foto

Netzeitung: Dem stimmen Sie zu?

Baentsch: Ich finde das plausibel. Barschel ist von mehreren Personen ermordet worden, das war nicht einer alleine.Dieser Mord lässt sich auf verschiedene Arten beweisen. Die Beweise aber, und das ist das erschreckende, sind zwar erbracht worden und sie liegen auch vor, durften aber nie veröffentlicht werden. So hat zum Beispiel der Zürcher Toxikologe Professor Brandenberger in einem Gutachten akribisch nachgewiesen, dass das tödliche Gift Barschel erst verabfolgt worden ist, als er schon bewusstlos war. Er hat es also gar nicht selbst aufnehmen können. Und schon gar nicht, wäre er danach in der Lage gewesen, die Spuren zu beseitigen. Die Flasche Wein, die er am Abend zuvor bestellt hatte, fand sich in den Zimmer nicht mehr. Auch wäre er nicht mehr in der Lage gewesen, die Verpackungen der vielen Medikamente, die in seinem Körper gefunden wurden, zu beseitigen.

Barschel starb an einem Gift, Cyklobarbital, das dem bereits Bewusstlosen in großer Menge verabreicht worden war. Während sich das Cyklobarbital noch im Magen befand, waren drei andere Gifte bereits in der Ausscheidungsphase begriffen. Diese Gifte hatten zuvor die Bewusstlosigkeit bewirkt. So der toxikologische Befund von Professor Brandenberger. Ich habe sein Gutachten nun übrigens über die Website meines Verlages öffentlich gemacht. Aus weiteren Indizien lässt sich etwa folgender Tathergang rekonstruieren: Uwe Barschel ist unter dem Vorwand, man wolle ihm dort Beweismaterial überreichen, das ihn in der Pfeiffer-Angelegenheit entlasten würde, nach Genf gelockt worden. Dort traf er sich im Hotelzimmer mit seinen Mördern.

Die haben ihn zunächst pharmazeutisch betäubt, aber auch körperliche Gewalt angewendet, wovon Kopfverletzungen zeugen, die zunächst unbemerkt geblieben sind. Das tödliche Gift ist dem Bewusstlosen schließlich mit einem Schlauch durch die Nasenlöcher inturbiert worden. Auch das wird durch Verletzungen der Nasenschleimhäute bewiesen.

Netzeitung: Die allgemeine Erinnerung führt Uwe Barschel aber bis heute nicht als Opfer, sondern gemeinhin als skrupellosen Machtpolitiker, dem seine kriminellen Machenschaften schließlich bis zum Tod in der Badewanne über den Kopf gewachsen sind. Sein Kontrahent Björn Engholm gilt hingegen als integerer Politiker, und kaum jemand vermag noch zu sagen, warum er eigentlich am Ende zurücktreten musste. Wie kommt es zu dieser Erinnerung?

Baentsch: Durch eine riesige und bis heute andauernde Desinformationskampagne. Führen wir uns die Fakten vor Augen: Der erste parlamentarische Untersuchungsausschuss, den der gerade ermordete Barschel ja nicht mehr miterleben konnte, hat Barschel in allen Punkten schuldig gesprochen. Es ging, wie sie sich erinnern, um die Bespitzelungen und Intrigen, die der Journalist Reiner Pfeifer im Auftrag Barschels gegen den politischen Konkurrenten Björn Engholm gerichtet haben sollte. Dann aber gab es einen weiteren parlamentarischen Untersuchungsaussschus. Es war nämlich herausgefunden worden, dass Pfeiffer von der anderen Seite, also von Engholms SPD finanziert worden war.

Netzeitung: Die sogenannte Schubladenaffäre.

Baentsch: Genau. In dieser Schublade will der Parteivorsitzende der SPD zweimal 25.000 Mark angespart haben, die dann Pfeiffer in zwei Taschen nächtens auf der Autobahn übergeben worden sind. Das kam damals durch einen Zufall heraus. Eine zeitweilige Lebensgefährtin Pfeiffers hatte es offenbart, und so gelangte die Geschichte in den Stern. Der zweite Untersuchungsausschuss kam also zu einem ganz anderen Ergebnis. Dass nämlich die SPD sehr frühzeitig mit Pfeiffer zusammengearbeitet hatte und Barschel nicht der Auftraggeber von Pfeiffer war.

Heute ist sicher, dass Pfeiffer von den Geheimdiensten instrumentalisiert worden ist, dass Engholm aber dann mit ihm zusammengearbeitet hat, weil er dachte, Pfeiffer hätte auf Geheiß Barschels gehandelt. Als der «Spiegel» diese Geschichte am Vorabend der Wahl herausgebracht und das Ergebnis damit wohl maßgeblich zu Engholms Gunsten beeinflusst hat, ist er beiden – Pfeiffer und Engholm – auf den Leim gegangen.

Netzeitung: All das entschuldigt Uwe Barschel.

Baentsch: Im Grunde war das das Resultat des zweiten Untersuchungsausschusses: Barschel hatte nicht die Schuld auf sich geladen, unter deren Last er hätte zusammenbrechen und Selbstmord begehen können. Schließlich war das Hauptmotiv für Barschels vermeintlichen Suizid vom Tisch. Immer nur war nämlich zuvor von seiner großen Schuld die Rede gewesen und von seiner Karriereversessenheit, die ein Leben ohne politische Macht ihm sinnlos hätte erscheinen lassen. Das ist aber blanker Unsinn.

Freunde von Uwe Barschel wissen es übrigens auch besser. Justus Frantz, der mit ihm zusammen das Schleswig-Holstein-Festival ins Leben gerufen hatte, erinnert sich daran, dass Barschel ohnehin plante, sich Mitte der 1987 beginnenden Legislaturperiode von der Politik zurückzuziehen und in die Wissenschaft zu gehen. Er hatte seine Habilitationsschrift bereits fast fertig gestellt. Barschel war von der Politik maßlos enttäuscht. Als er von den heimlichen Waffengeschäften, die hinter seinem Rücken gelaufen waren, erfahren hatte, wollte er nicht weiter mit machen. Das Metier insgesamt war ihm suspekt geworden. Als er sich aber weigerte, Grundgesetzbrüche auf seine Kappe zu nehmen, bekam er zunehmend große Angst und fühlte sich bedroht. Das hat er auch wiederholt geäußert.

Netzeitung: Hatte Barschel auch objektive Anhaltspunkte für eine solche Bedrohung?

Baentsch: Ganz sicher. Ich sehe es etwa durch viele Indizien als erwiesen an, dass der Flugzeugabsturz, den Barschel am 31. Mai 1987 in einer Cessna als einziger und schwerverletzt überlebt hatte, kein Unfall war, wie damals behauptet wurde, sondern ein Attentat. Außerdem ist erwiesen, dass zwischenzeitlich ein holländischer Killer auf Barschel angesetzt worden war, der aber kurz darauf einen Herzinfarkt erlitt. Er kommt also für den Mord in Genf nicht in Frage. Der Mordauftrag ist zwar aktenkundig, wurde aber niemals öffentlich. Überhaupt ist eine ganze Reihe kriminalistischer Ergebnisse der Öffentlichkeit kategorisch vorenthalten worden.

Netzeitung: Mit Recht kann man sagen: Ihr Buch liest sich spannend wie ein Krimi. Setzen Sie sich damit aber nicht auch einer Gefahr aus? Je spektakulärer die politische Verstrickung, je finsterer ein geheimdienstlicher Masterplan erscheint, desto eher werden Sie sich den Vorwurf einhandeln, eine typische Verschwörungstheorie in die Welt zu setzen.

Baentsch: Ich rechne schon damit, dass man mich als Verschwörungstheoretiker bezeichnen wird. Doch fürchte ich diesen Vorwurf nicht. Er wird in sich zusammen fallen, sobald man die Fakten zur Kenntnis nimmt, die das Buch liefert.Ich habe ja keine Spekulationen angestellt, sondern eine umfangreiche Faktenrecherche dokumentiert.

Netzeitung: Besonders schnell wird von Verschwörungstheorien gesprochen, wenn Israel oder der Mossad ins Spiel kommt. Zuletzt musste sich ausgerechnet der Regisseur Steven Spielberg vorwerfen lassen, sein Film «München» schlage antisemitische Töne an.

Baentsch: Wenn Sie schon auf Spielberg ansprechen: Es gibt doch so viele Juden, die in beispielloser Hinsicht an Aufklärung und der Wahrheit interessiert sind. Dazu zähle ich Victor Ostrovsky, über den wir sprachen, oder etwa Uri Avnery, den ich voll und ganz bewundere und als Vorbild verehre. Mord, gezielte Erschießungen, also Staatsterrorismus – das sind doch Dinge, die Israel in Verruf bringen. Und Leute wie Ostrovsky und Avnery zeigen darauf, um das abzustellen. Das liefert auch uns einen Grund, mit Israel ehrlich umzugehen und zu sagen, wo es nach unseren Überzeugungen zu weit geht, oder Dinge tut, die unserem Grundgesetz widersprechen. Wer so etwas kritisiert, ist noch lange kein Antisemit.

Netzeitung: Sie richten Ihre Kritik ja auch gegen die deutschen Verhältnisse.

Baentsch: Wir haben allen Grund unsere schöne Demokratie zu reparieren, wo sie reparaturbedürftig ist. Und da gibt es zwei Ansatzpunkte. Zum einen müssen die Geheimdienste kontrolliert werden: durch die Justiz und durch die Parlamente. Das geschieht aber nicht. Die Dienste können in Deutschland, wie sie wollen, abhören und Verfassungsbrüche begehen, ohne dass sie dadurch irgendetwas zu befürchten hätten. Ihre Abhängigkeit von ausländischen Geheimdiensten ist ein völlig unkontrollierbares Feld und öffnet Tür und Tor für Willkür und Verbrechen. Das muss abgestellt werden.

Dazu müssen aber auch unsere Staatsanwaltschaften endlich frei ermitteln dürfen. Hierzulande sind die Staatsanwälte ja weisungsgebunden, und je brisanter ein Fall in politischer Hinsicht ist, desto massiver greift die Politik in die Arbeit der Staatsanwaltschaft ein. Das ist illegitim. Die Barschel-Affäre zeigt das mustergültig. Die Lübecker Staatsanwaltschaft hat akribisch und genau ermittelt und äußerst aufschlussreiche Ergebnisse erzielt. Sie wurde aber dann daran gehindert, diese Ergebnisse auch öffentlich zu machen. Wenn mein Buch mithelfen könnte, an diesen Zuständen etwas zu ändern – ich wäre stolz darauf.

Netzeitung: Sie beleuchten die Barschel-Affäre als prototypisches Resultat des Kalten Krieges. Welche Lehren kann man aus ihr für die Gegenwart ziehen?

Baentsch: Der Kalte Krieg ist damals so kalt und so kriegerisch schon gar nicht mehr gewesen. Tatsächlich haben die Geheimdienste glänzend zusammengearbeitet. Oft wurde der Kalte Krieg einfach vorgeschoben, um eine massive Aufrüstung zu legitimieren. Heute haben wir ja stattdessen den Krieg gegen den Terrorismus. Auch hier glaube ich, dass eine Gefahr systematisch übertrieben wird, um ganz andere Zwecke zu erreichen. Geopolitik, Rüstungsgeschäfte – wo sich gut verdienen lässt, haben vorgeschobene Feindbilder mitunter große Vorteile. Täuschungsmanöver, wie das, was ich in meinem Buch beschreibe, halte ich daher durchaus noch immer für möglich.

Barschels Grabstein

Barschels Grabstein

Mit Wolfram Baentsch sprach Ronald Düker.
Wolfram Baentschs Buch «Der Doppelmord an Uwe Barschel. Die Fakten und Hintergründe» (318 Seiten, 24,90Euro) ist beim Herbig Verlag zu haben.

Quelle Netzeitung

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